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GENESYS2

Das europäische Stromnetz auf erneuerbare Energien vorbereiten

Projektstatus
Begonnen
Karte Europas zeigt die Verteilung von Erneuerbaren Erzeugungsanlagen in 100% EE Szenario aus dem Projekt GENESYS.
Verteilung von Erneuerbaren Erzeugungsanlagen in 100% EE Szenario aus dem Projekt GENESYS
© RWTH Aachen

Wie sieht das Stromsystem Europas in der Zukunft aus? GENESYS2 geht der Frage nach, wie sich das heutige Europäische Stromerzeugungssystem mit Hilfe von Erneuerbaren Erzeugern, Speichers und Netzen optimal und ökonomisch ausbauen lässt.

Das Projektteam besteht aus Wissenschaftlern des Instituts für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe (ISEA) und des Instituts für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft (IAEW) der RWTH-Aachen. Die Forscher nutzen die Erkenntnisse aus dem Vorgängerprojekt GENESYS (Genetische Optimierung eines europäischen Energieversorgungssystems) um weiterführende Forschungsfragen zu beantworten. Zur Beantwortung dieser Fragen werden neue Module für die Software GENESYS entwickelt. Bei einem Modul steht beispielsweise die Abschätzung des Ausbaus der Verteilnetze im Vordergrund. Bei diesem Modul sollen die Kosten, die die Integration von Erneuerbaren auf Verteilnetzebene verursachen abgeschätzt werden. Weiterhin untersuchen die Wissenschaftler die möglichen Potentialgrenzen der Erneuerbaren, sowie verschiedene Fragen in unterschiedlichen Entwicklungsszenarien: Welcher Bedarf an Flexibilität wird bei welchen Ausbaugraden der erneuerbaren Energien benötigt? Auf welche Weise kann dieser Bedarf effizient gedeckt werden?

Die zentrale Entwicklung im Projekt GENESYS2 ist die Gestaltung einer Methode zur Berechnung des optimalen Transformationsverlaufs des Europäischen Stromerzeugungssystems, für ein durch Randbedingungen definiertes Szenario. Diese Methode ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt bereits fertiggestellt und wird im aktuellen Arbeitspaket genutzt um Sensitivitäten und Entwicklungspfade zu untersuchen.

Aktuell werden Analysen durchgeführt, bei denen die Ergebnisse unterschiedlicher Szenarien genutzt werden sollen um mögliche Entwicklungskorridore mit geringen Kosten zu identifizieren. Eine große Rolle spielen hierbei die Annahmen zur Entwicklung von Brennstoffen für Kraftwerke, Bandbreiten für CO2-Emissionszertifikate oder auch Potentialbegrenzungen für Technologien an unterschiedlichen Standorten.

Ein weiterer aktueller Arbeitspunkt ist die Erweiterung der Betriebsführung, insbesondere der Regelleistungsbereitstellung durch konventionelle Kraftwerke. So soll bis zum Jahr 2050 ein möglichst ökonomisches System berechnet werden. Das Programm ermöglicht es außerdem, Aussagen über die gesamtwirtschaftlichen Kosten von Verzögerungen beim Ausbau einzelner Technologien zu ermitteln. Dazu werden zum Beispiel Verzögerungen beim Netzzubau oder fehlende Verfügbarkeit von Speichertechnologien untersucht. Unterschiedliche Speichertechnologien werden in Bezug auf ihren systemdienlichen Nutzen und in Konkurrenz und Ergänzung zu anderen Flexibilisierungsoptionen näher untersucht.

Die gesammelten Erkenntnisse der verschiedenen Szenarien sollen außerdem im Hinblick auf die volkswirtschaftlichen Kosten und ihrer Klimawirkung untersucht werden.

Projektlogo und Webseite.
© RWTH Aachen
Projektlogo und Webseite.
© RWTH Aachen

Projektlaufzeit

08/2014 – 07/2017

Kontakt

Prof. Dirk Uwe Sauer
Projektleiter
RWTH Aachen Institut für Stromrichtertechnik und elektrische Antriebe
Jägerstr. 17-19
52066 Aachen
+49(0)241-80-96977

Forschungsförderung

Das Informationssystem EnArgus bietet Angaben zur Forschungsförderung, so auch zu diesem Projekt.

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