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GEO-WISOL

Geografische und zeitliche Solareinspeisung beschreiben

Projektstatus
Begonnen
Zu sehen ist die Nahaufnahme eines Solarparks.
Solaranlagen sind eine wichtige Stütze im künftigen Energiemis. Neben der Installation auf Hausdächern kommen auch große Solarparks wie im Bild zum Einsatz. | Foto: Rainer Sturm, pixelio.de

Durch den Zubau von erneuerbaren Energien werden die Übertragungs- und Verteilnetze stärker beansprucht, als in der Vergangenheit. Damit die eingespeiste Energie sinnvoll verwendet werden kann, sind intelligente Verteilnetze und Schnittstellen erforderlich. Insbesondere auch für eine optimale Integration von Speicherlösungen. Hierfür sind belastbare Studien gefordert, die eine geografische Analyse auf Basis realer Betriebsdaten und somit eine genaue Kenntnis der Energieflüsse bei unterschiedlichen Randbedingungen ermöglichen. Das ist das Kernziel des Forschungsvorhabens GEOWISOL. 

Eine Deutschlandkarte mit einer beispielhaften Übersicht der normierten Solareinspeisung aufgeteilt nach zweistelligen Postleitzahl-Bereichen.
Beispielhafte normierte Solareinspeisung Deutschlands aufgeteilt nach zweistelligen Postleitzahlenbereichen. | Bild: BIMAQ

Die Aufgaben realisieren die Forscher in einer Untersuchung der geografisch verteilten Erzeugungen von Solar- und Windparks auf Basis aufgezeichneter Betriebsdaten für Postleitzahlenbereiche in Deutschland. Ein zweiter Aspekt der Wind- und solaren Erzeugung ist die breite geografische Verteilung der Erzeugungsanlagen. Denn dadurch erzeugen identische Anlagen technisch identische Anlagen zu unterschiedlichen Zeiten eine unterschiedlich große Menge Energie. Zu der Energieerzeugung auf dem Festland kommen noch die Offhore-Windparks in den ausschließlichen Wirtschaftszonen von Nord- und Ostsee. Diese Einflüsse sollen im geplanten Vorhaben untersucht werden. Basis der Untersuchung sind die Daten von rund 2000 Windenergieanlagen (WEA) aus etwa 260 Windparks beziehungsweise Standorten sowie aus mehreren tausend Photovoltaikanlagen, in Form von Zeitreihen. Diese liegen bei WEA in 10- und bei Photovoltaik in 15-minütiger Auflösung für zunächst zwei oder drei komplette Jahre vor. Neben der Untersuchung der Korrelation beziehungsweise Antikorrelation der verteilten Einspeiseleistungen soll zusätzlich ein Abgleich mit dem Lastgang des bundesweiten Stromverbrauchs erfolgen. 

Das Resultat des Vorhabens sind zunächst die Zeitreihen regionaler Leistungserzeugung aus Wind- und Solaranlagen über das ganze Bundesgebiet. Sie ermöglichen Aussagen über

  • die Korrelation beziehungsweise Antikorrelation der Erzeugung aus Wind und Sonne 
  • erforderliche Austauschleistungen mit ausländischen Netzen 
  • Untersuchungen über erforderliche Speicherkapazitäten zur Verringerung von Austausch- oder Regelleistung in Deutschland 
  • das Maß der erforderlichen „Überproduktion“ aus Anlagen der erneuerbaren Energie 
  • das Ausmaß erforderlicher Einspeisemanagement-Eingriffe
  • die ökonomischen Auswirkungen der vermiedenen Einspeisungen (Ertragsausfälle).

Die Verbundpartner des Vorhabens sind das Bremer Institut für Messtechnik, Automatisierung und Qualitätswissenschaft an der Universität Bremen sowie die Deutsche WindGuard GmbH.

Projeklaufzeit

09/2015 - 11/2016

Kontakt

Volker Renken
Verbundkoordinator
Universität Bremen – BIMAQ
Linzer Str. 13
28359 Bremen

+49 421 218-64626
+49 421 218-64670

Forschungsförderung

Das Informationssystem EnArgus bietet Angaben zur Forschungsförderung, so auch zu diesem Projekt.

Basisinformationen

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