Forschungsförderung

Stromnetze im 7. Energieforschungsprogramm

30.10.2018 - Die Bundesregierung hat am 18. Okt. 2018 die neue Förderbekanntmachung zum 7. Energieforschungsprogramm im Bundesanzeiger veröffentlicht. Über das Förderportal des Bundes „Easy-Online“ können ab sofort Forschungsinstitutionen und Unternehmen Anträge stellen. Die Bekanntmachung umfasst vier Schwerpunkte: Energienutzung, Energiebereitstellung, Systemintegration und systemübergreifende Fragestellungen der Energiewende.

Um die Stromnetze fit für die Zukunft zu machen, werden Betriebsmittel wie etwa Stromrichter verbessert und neu entwickelt.
© BINE Informationsdienst
Um die Stromnetze fit für die Zukunft zu machen, werden Betriebsmittel wie etwa Stromrichter verbessert und neu entwickelt.
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Die aktuelle Förderbekanntmachung konkretisiert die strategischen Ziele des im September 2018 veröffentlichten 7. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung „Innovationen für die Energiewende“. Sie benennt detailliert die Anforderungen, die künftig an eine Projektförderung im Rahmen der angewandten nichtnuklearen Energieforschung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) gestellt werden. Im Fokus stehen dabei Technologien, die deutliche Effizienzsteigerungen, eine bessere Integration erneuerbarer Energien, die Gewährleistung der Versorgungssicherheit sowie einen schnelleren Transfer von Forschungsergebnissen in den Markt versprechen. Primäres Ziel der Forschungsförderung ist, einen Teil der hohen wissenschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Risiken bei der Entwicklung und Markteinführung innovativer Energietechnologien zu übernehmen, um ihre technische und ökonomische Entwicklung bis zur Marktreife zu unterstützen. Dies erfolgt durch einen technologieoffenen Förderansatz unter Berücksichtigung gesellschaftlicher Prozesse.

Die Förderbekanntmachung adressiert Entwicklungen mit einem Technologiereifegrad (TRL = Technology Readiness Level) von TRL 3 bis 9. Sie soll Antragstellern eine Hilfe bieten, aussichtsreiche Forschungsthemen zu identifizieren. Die Bekanntmachung erstreckt sich über vier Schwerpunkte:

  • Energienutzung (Gebäude und Quartiere, Industrie und Gewerbe, Energiewende im Verkehr sowie Brennstoffzellen)
  • Energiebereitstellung (Windenergie, Photovoltaik, Bioenergie, Geothermie, Wasserkraft und Meeresenergie sowie Thermische Kraftwerke–solar und konventionell)
  • Systemintegration (Stromnetze, Stromspeicher sowie Sektorkopplung und Wasserstofftechnologien)
  • Systemübergreifende Forschungsthemen der Energiewende (Technologieorientierte Systemanalyse, Technologien für die CO2-Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung der Energiewende, Ressourceneffizienz sowie technologiebegleitende Forschungsarbeiten zu gesellschaftlichen Fragestellungen der Energiewende)

Für die Förderung von Forschungsprojekten ist bis 2022 ein Etat von rund 6 Mrd. Euro eingeplant.

Stromnetze für die Energiewende

Um die Stromnetze fit für die Zukunft zu machen, werden Betriebsmittel wie etwa Stromrichter verbessert und neu entwickelt. Sie sollen verfügbar sein und effizienter und kostengünstiger werden. Wenn Betriebsmittel wie Erdkabel, Leitungen oder Schaltanlagen ausgetauscht werden, kommen oft neue Materialien zum Einsatz. Darüber hinaus arbeiten Experten daran, dezentrale Versorgungsstrukturen und unterschiedliche Spannungsebenen über Sektoren (Strom, Wärme, Verkehr) hinweg so in Einklang zu bringen, dass die Netze schnell und zuverlässig bleiben. Das ist wichtig, weil erneuerbare Energien, je nach Windstärke und Sonneneinstrahlung, von Natur aus schwankend sind. Dementsprechend entwerfen Fachleute auch neue Konzepte, um bei Stromausfällen reagieren und das Energiesystem wiederaufbauen zu können.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt umfasst die Themen Automatisierung und Digitalisierung. Fortschritte sind in dem Bereich nicht nur bedeutsam, um das Energiesystem besser beobachten und steuern zu können. Sie ermöglichen auch, Stromnetze informationstechnisch zu vernetzen. Dabei entstehen große Datenmengen, für deren Speicherung, Verarbeitung und Auswertung innovative Lösungen entwickelt werden müssen. Von zentraler Bedeutung ist ebenfalls, die IT-Sicherheit zu verbessern.

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